Krim Ukraine
Die Krim ist eine Halbinsel im nordlichen Schwarzen Meer und autonome Republik innerhalb der Ukraine mit einer Flache von 26.100 km? und rund 1,98 Millionen Einwohnern (Dezember 2005). Offiziell heiBt sie Autonome Republik Krim.
Tourismus
Im 19. Jahrhundert lieBen sich die Zarenfamilie und der russische Hochadel an der Sudkuste der Krim Sommerresidenzen errichten, die Rolle der Halbinsel als Urlaubs- und Erholungsregion begann. Bedeutende Kunstler, Schriftsteller und die "Reichen und Schonen" verbrachten die Sommermonate am Schwarzmeerstrand, manche - wie Anton Tschechow, der aus gesundheitlichen Grunden auf das wohltuende Klima angewiesen war - lieBen sich dort dauerhaft nieder.
In der sowjetischen Zeit erfullte die Krim die Funktion eines Allunions-Sanatoriums mit bis zu 10 Millionen Saisongasten. Seit der Unabhangigkeit der Ukraine ist die Zahl der Urlauber stark zuruckgegangen, dennoch ist der Tourismus noch immer wichtigster Wirtschaftsfaktor der Halbinsel. In jungster Zeit entdeckten auch westeuropaische Touristen die Krim.
Am Sudzipfel der Krim befindet sich die Hafenstadt Sewastopol, weitere bekannte Urlaubsorte sind Jalta, Hursuf, Aluschta, Bachtschyssaraj, Feodossija und Sudak. Eine Touristenattraktion ist die langste Trolleybuslinie der Welt zwischen Jalta, Aluschta und Simferopol uber das Krimgebirge, von wo aus sich schone Ausblicke auf das Meer ergeben. Diese Trolleybuslinie ist gleichzeitig die langsamste Linie der Welt, was einen Ausflug lohnend erscheinen lasst.
Geographie
Die Halbinsel Krim ist im sudlichen Teil sehr gebirgig. Der Nordteil hingegen ist eher flach bis sanftwellig. Die Bergketten im Suden stellen nicht nur ein geographisches Hindernis dar; sie sind auch eine Wetter- und Klimascheide. Sudlich des Krimgebirges an der Schwarzmeerkuste herrscht mediterranes Klima, in dem Sudfruchte und auch Weinstocke sehr gut gedeihen, weswegen die Krim auch fur ihren Sekt (Krimsekt) bekannt ist. Nordlich der Berge sind vor allem die Winter deutlich kalter, so dass dort eher gemaBigte Klimabedingungen herrschen. Auf der Krim ist auch die Cannabispflanze Crimea Blue der Gattung indica sativa zuhause, was der Pflanze ihren Namen verleiht.
Die heutige Hauptstadt der Krim Simferopol bestand schon in der Antike und war den Griechen bekannt. Im Norden ist die Halbinsel durch die Landenge von Perekop mit dem Festland verbunden, im Osten grenzt die Krim an die Meerenge von Kertsch. Im Suden der Halbinsel liegt das Krimgebirge, dessen hochste Erhebungen der Roman Kosch (1545 m), der Tschatyrdag (1527 m) und der Lapata (1406 m)sind, im Norden breitet sich eine Steppenlandschaft aus.
Geschichte
Die Krim, deren Name sich vermutlich vom mongolisch-tatarischen kerim "Festung" oder vom krimtatarischen qrym "Felsen" ableitet, hat eine bewegte Geschichte. Eine nach modernen Kategorien indigene Bevolkerung gab es nicht. Stattdessen stand die Krim nacheinander unter kimmerischer, taurischer, skythischer, griechischer, r?mischer, gotischer, sarmatischer, byzantinischer, hunnischer, chasarischer, kiptschakischer, charsischer und polowzischer, mongolisch-tatarischer, venezianischer, genuesischer und schlieBlich osmanischer Herrschaft. So gehorte die Halbinsel im Schwarzen Meer "jedem und niemandem" (Neal Ascherson).
Im Altertum war die Krim von Kimmeriern und Taurern, dann von Skythen bewohnt. Daneben existierten griechische Siedlungen, aus denen sich bald das Bosporanische Reich entwickelte. Die Griechen gaben der Halbinsel den Namen Chersonesos Taurike (Taurische Halbinsel) nach dem dort ansassigen Stamm der Taurer (vgl. Tauris und Taurien). Auch die wichtigste Stadt hieB Chersonesos (antike Siedlung am Rand des heutigen Sewastopol, fur die griechische Kolonisierung s.dort).
Im 1. Jahrhundert v. Chr. geriet die Krim unter r?mischen Einfluss, wurde aber nicht als romische Provinz organisiert. Das Bosporanische Reich bestand weiterhin, ebenso wie die griechische polis Chersonesos. Im 3. Jahrhundert n. Chr. kamen im Zuge der Volkerwanderung Goten (siehe Krimgoten) auf die Krim, die zum Teil bis ins 16. Jahrhundert nachweisbar sind (noch bis ins 15. Jahrhundert hinein gaben sie der Region ihren Namen: sie wurde von den Italienern als Gotia bezeichnet). Ihnen folgten im 5. Jahrhundert die Hunnen, Chasaren, Kumanen und Tataren. Im Mittelalter war daher auch die Bezeichnung Chasarische Halbinsel oder Gazaria fur die Region ublich.
Im 13. Jahrhundert verfugten die Mongolen der Goldenen Horde, zu deren Einflussbereich die Krim zu diesem Zeitpunkt gehorte, uber weitreichende Handelsbeziehungen. Besonders der Handel uber die Krim nach Agypten war ausgepragt und kann nur noch mit den Handelsbeziehungen der Mongolen zu den Italienern, hier vor allem Genua und Venedig, verglichen werden, die auch vielfach als Zwischenh?ndler und Transporteure dieses Handels nach Agypten fungierten. Eines der Haupthandelsguter dieser Route waren Sklaven, wahrend in Richtung Europa neben Sklaven vor allem Getreide, Gewurze und Fellerzeugnisse exportiert wurden. Grundlage fur diese groBe wirtschaftliche Rolle der Krim war die strategisch gunstige Position nahe dem nordlichen Ende der SeidenstraBe ("mongolische Route"). Ernsthafte Konkurrenz fur die Hafenstadte der Krim konnte nur noch das venezianisch kontrollierten Hafen Tana an der Don-Mundung darstellen.
Die politische Geschichte der Krim im spaten Mittelalter ist gepragt von den Auseinandersetzungen und Konkurrenzkampfen der verschiedenen christlichen Machte (Genua, Venedig, Byzanz) untereinander, sowie den oft problematischen Beziehungen zwischen diesen und der Goldenen Horde, respektive dem expandierenden Osmanischen Reich, in dessen Hande die Krim im Verlauf des 15. Jahrhunderts schlieBlich vollstandig fiel. Die bis dahin den Handel dominierenden Italiener wurden nach Konstantinopel bzw. Pera deportiert
Bevolkerung
Auf der Krim leben knapp zwei Millionen Menschen, davon rund 380.000 in der groBten Stadt der Halbinsel, in Sewastopol.
Neben der Mehrheitsbevolkerung von Russen (58,5 %) und Ukrainern (24,4 %) leben auf der Krim auch 243.400 zuruckgekehrte Krimtataren (12,1 %) und in den Stadten je etwa 1.000 Krimtschaken und Karaimer.[1]) Dazu kommen WeiBrussen, Kasan-Tataren, Polen, Moldauer, Aserbaidschaner, Usbeken, Koreaner, Griechen und Deutsche (Krimdeutsche).
Zwischen den Sprachgruppen gibt es diverse Konflikte, insbesondere zwischen Russen und Krimtataren. GemaB einer Umfrage im Rahmen der Volkszahlung im Jahr 2001 bezeichnen etwa 10 % aller Bewohner der Krim die ukrainische Sprache als ihre Muttersprache, 77 % die russische, und 11 % die krimtatarische.
Gestutzt auf die Tataren ist die Krim ein Zentrum des Islam in der Ukraine.
Wirtschaft
Die Krim lebt hauptsachlich von der Landwirtschaft, begunstigt durch das besonders milde Klima auf der Halbinsel, und vom Tourismus.