Iwano-Frankiwsk Ukraine
Iwano-Frankiwsk ist das Oblast-Zentrum (Gebietshauptstadt) der Oblast Iwano-Frankiwsk in der West-Ukraine. Die Universit?tsstadt liegt im Karpatenvorland, das Teil der historischen Landschaft Galizien ist.
Sehenswurdigkeiten
Iwano-Frankiwsk besitzt eine sehenswerte Altstadt, die in den Jahren nach der Unabhangigkeit der Ukraine nahezu vollstandig renoviert wurde. Architektonisch erinnert der Stadtkern von Iwano-Frankiwsk in vielem an das alte Osterreich-Ungarn. Dazu kommen einerseits die typischen sowjetischen Verwaltungsgebaude und in den AuBenbezirken ("Microrajons") Plattenbauten und andererseits neue, private Wohnhauser, die keinen einheitlichen Bebauungsplanen unterworfen sind.
Im Stadtzentrum befindet sich ein kunstlicher See, der in der Sowjetzeit am Ort eines judischen Friedhofs angelegt wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft des Sees befindet sich noch heute ein gut erhaltener judischer Friedhof, innerhalb dessen Mauern wahrend des Zweiten Weltkriegs eine groBe Anzahl von Juden und Angehorigen anderer Volksgruppen zusammengetrieben, ermordet und verscharrt wurden.
Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs werden im Zentrum der Stadt in der letzten Zeit zunehmend altere Gebaude abgerissen, um groBeren Einkaufspassagen Platz zu machen.
Kultur
Kunst- und Literaturszene
Es gibt eine quirlige Kunst- und Kulturszene um den Schriftsteller Jurij Andruchowytsch (* 1960), der Iwano-Frankiwsk kurzerhand zum legendaren Macondo des Gabriel Garcia Marquez erklarte. Zu ihr gehoren auch die Schriftstellerin Halyna Petrosanjak (* 1969) und der Schriftsteller Taras Prochasko.
Universitaten
Die Stadt beherbergt neben der nach Wassyl Stefanyk benannten Vorkarpaten-Universitat auBerdem die "Staatliche Technische Hochschule fur Erdol und Erdgas", eine Medizinische Akademie und ein Geistliches Seminar der Griechisch-Katholischen Kirche
Vereine
Bekannt sind der FuBballverein Spartak ("Spartakus", fruher Prikarpattja ("Vorkarpaten")) sowie der Schachverein Mistez.
Geschichte
Als Stanislawow wurde die Stadt 1662 von der polnischen Adelsfamilie Potocki in der von 1569-1772 bestehenden Woiwodschaft Ruthenia gegrundet, einer administrativen Einheit des Polnisch-Litauischen Gemeinwesens (Adelsrepublik). Die Stadt bekam das Magdeburger Stadtrecht verliehen. Die militarische Befestigung an strategisch gunstiger Lage auf einem Plateau am Zusammenfluss der Nadwirnaer Bystryza und der Solotwinaer Bystryza kurz vor der Mundung in den Dnister bot naturlichen Schutz.
1772 wurde die Stadt osterreichisch.
1867 bis 1918 gehorte Stanislau zu Osterreich-Ungarn.
1919 war sie kurze Zeit Hauptstadt der Westukrainischen Volksrepublik.
Durch den Frieden von Riga wurde Stanis?awow 1921 polnisch und Zentrum der gleichnamigen Woiwodschaft.
1939 wurde das Gebiet aufgrund des Hitler-Stalin-Paktes von Sowjetrussland besetzt und von
1941 bis 1944 wurde die Westukraine durch die deutsche Armee besetzt. Aus dem besetzten Gebiet wurde der Distrikt Galizien gebildet, der dem Generalgouvernement angeschlossen wurde. Stanislau bildete die Hauptstadt einer Kreishauptmannschaft.
Es lebten zu dieser Zeit viele verschiedene Ethnien mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen in der Stadt. Die Bevolkerung bestand zu je einem Drittel aus Ukrainern und Polen und ein Drittel bekannte sich zum judischen Glauben. Die von den Deutschen durchgefuhrte Vernichtung der judischen Bevolkerung (Holocaust) war das Ende des fur Ostgalizien typischen vielsprachigen Volkergemisches.
Durch Russland wurde dann nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auch die polnische Bevolkerung zwangsweise umgesiedelt, so dass die Stadt heute, neben wenigen Russen, uberwiegend von Ukrainern bewohnt wird.
1962 wurde sie zur 300-Jahr-Feier zu Ehren des Schriftstellers Iwan Franko umbenannt.